Logistik an Weihnachten: Im Clinch mit dem Grinch

Bastian Späth, CEO/Vorstand EIKONA AG

Kling, Glöckchen, klingelingeling … Hören Sie die Glöckchen schon in der Ferne klingeln? Kaum hat der Herbst Einzug gehalten, ist es schon wieder so weit. Mit der etwas kälteren Jahreszeit kommen sofort die Vorbereitungen für das große Finale am Jahresende, für die (mehr oder weniger) besinnlichen Tage, kurz: für Weihnachten. Doch besonders in der Hochsaison wird die Logistik vor Herausforderungen gestellt, die nicht immer leicht zu bewältigen sind.


Die Menschheit scheint sich in zwei Gruppen zu spalten: die, die ab dem ersten Tag mit Temperaturen unter 20 Grad in akute Weihnachtsvorfreude verfallen und das gesamte Programm inklusive Teetrinken, Spekulatius und Weihnachtsmusik abspulen. Und diejenigen, die das Jahresende am liebsten überspringen und direkt im Januar landen würden, um sich mit dem ganzen „Firlefanz“ möglichst wenig beschäftigen zu müssen. Letzteres klingt nach einem kleinen grünen Männchen, das besonders gegen Jahresende ganz furchtbar schlecht gelaunt ist – von wem mag da wohl die Rede sein? Richtig, es geht um den Grinch. Jahr für Jahr versucht er, Weihnachten zu sabotieren, den Menschen die Vorfreude auf das Fest zu nehmen und den Weihnachtsmann letztendlich daran zu hindern, seine Geschenke zu verteilen. Ob er damit Erfolg haben wird – darüber entscheidet der eine Großkampftag, der 24. Dezember, auf den insbesondere die Logistik lange hinarbeitet. An dem (im besten Falle) die Supermärkte für das Festessen leergekauft werden und Spielzeug Kinderaugen zum Strahlen bringt.


Von A wie Ausstechform bis Z wie Zuckermandeln

Das Telefon steht nicht mehr still, es scheint wie verhext: Zwar wurden alle Aufträge rechtzeitig bekannt gegeben und verteilt, schon im September, als es eigentlich noch viel zu warm war, um an Dinge wie die Adventszeit und Lebkuchen auch nur zu denken. Wie jedes Jahr musste die Planung zehn Schritte vorausdenken, damit pünktlich für die (un-)gemütliche Jahreszeit alles parat steht. Von Baumschmuck über Spielzeugautos bis hin zu Nikoläusen aus Schokolade – an nichts soll es fehlen. Doch heute geht es drunter und drüber, der Hersteller in China ist nicht zu erreichen, und die Folgeaufträge können nicht freigegeben werden, sofern nicht klar ist, wo das benötigte Material abgeblieben ist. Sind die Container schon auf ihrem langen Seeweg oder haben sie den Hafen noch gar nicht verlassen? Aus der Ferne ertönt hämisches Gelächter … Wen freut denn dieses Durcheinander? Rettung naht in Form des Lieblingskollegen, der an das Track and Trace-Tool erinnert. Dessen Existenz ist vor lauter Chaos ganz in Vergessenheit geraten! Egal, wie lang der Weg der Ware von der Kommissionierung über die Verladung und den Transport bis hin zur Zustellung auch sein mag – mithilfe dieses digitalen Unterstützers geht nichts mehr verloren, und die Sendungsverfolgung weiß bei jedem Schritt des Weges alle Antworten. Puh, da ist doch kein Nachforschungsauftrag mehr notwendig, Glück gehabt!


Ausnahmesituation im Umschlaglager

Schauplatz: eine große Lagerhalle im Süden Norwegens. Es herrscht Chaos, Menschen rennen unkoordiniert umher, Paletten befinden sich an den unmöglichsten Orten, Lkw stehen halb ausgeladen auf dem Parkplatz. Und mittendrin ein kleines, grünes Männchen mit flauschigem Fell, sonst eigentlich eher als Miesepeter bekannt: der Grinch. Gerade zeichnet sich jedoch Freude auf seinem Gesicht ab: Es scheint geschafft, Aufträge können nicht mehr korrekt zugeordnet werden und die Packstücklabel haben alle die falschen Barcodes. Die Lichterketten, der Christbaumschmuck und die Zutaten, die zum Plätzchenbacken dringend benötigt werden, können nicht in der ganzen Welt verteilt werden, sodass wohl keine rechte Weihnachtsstimmung aufkommen mag. Doch es gibt noch Hoffnung: Das Order Management System, das der Grinch mit einem Stromausfall lahmgelegt hat, wird gerade neu hochgefahren und bald wieder Sorge dafür tragen, dass die Kommunikation zwischen Versendern und Spediteuren quasi wie von selbst läuft. Sämtliche Daten werden online über eine Eingabemaske oder durch direktes Einlesen der Sendungstabelle erfasst. Die Übertragung erfolgt in Echtzeit, mit nur einem Klick sind alle relevanten Transportdaten im Transport Management System (TMS) verfügbar. Die zentrale Verwaltung der Aufträge funktioniert wieder!


Paketzustellung im Akkord

Eine letzte Chance bleibt ihm noch. Die Pakete sind zwar weit gekommen, sie haben es teilweise bis in die letzten Umschlaglager geschafft, einige sind sogar schon ins Zustellfahrzeug geladen, sodass sie noch am selben Tag bei den Weihnachtsverrückten zu Hause ankommen sollten. Doch wenn die Straßenschilder alle verdeckt werden und er ein paar Blockaden aufbaut, dann kann der Grinch es noch schaffen. Denn was bringen Geschenke, wenn sie nicht beim richtigen Empfänger ankommen? Wenn die Menschen vor leeren Supermarktregalen stehen, weil es keinen Nachschub an Glühwein gibt und man statt Kartoffelsalat und knackigen Würstchen nur noch Reis und Konserven kaufen kann? Das grüne Männlein gibt alles, die Hauptzufahrtstraßen werden blockiert, es gibt sogar falsche Staumeldungen im Radio durch. Es scheint vollbracht, das Weihnachtswunder muss wohl dieses Jahr ausfallen. Doch der Grinch hat die Rechnung ohne das Routenplanungstool gemacht. Von versteckten Straßenschildern lässt sich das nicht ins Bockshorn jagen … gesperrte Straßen? Kein Problem, die aktuelle Verkehrslage wird jederzeit in die Berechnungen miteinbezogen, sodass die optimale Route ausgegeben wird. Damit die Empfänger auch wirklich zu Hause sind, wenn die lang ersehnte Lieferung kommt, gibt das Programm automatisch die errechnete Estimated Time of Arrival (ETA) per Mail, SMS oder Anruf als Fahreravis weiter. So kann doch noch jede Lieferung korrekt zugestellt werden, ein Glück!


Entspannt in Richtung Feiertage

1:0 für Weihnachten! Es ist vollbracht, die Logistik hat sich nicht aus der Fassung bringen lassen und dem Grinch wieder einmal die Stirn geboten. Die digitalen Unterstützer machen dem grünen Griesgram das Handwerk aber auch von Jahr zu Jahr schwerer … Management-Tools übernehmen die Auftragskoordination und stellen sicher, dass alle wichtigen Daten in Echtzeit übertragen und von überall abgerufen werden können. Routenplaner und digitale Sendungsverfolgung ermöglichen die Anschlussplanung, weil die Lieferung transparent jederzeit verfolgt werden kann. So hat der Weihnachtsmuffel keine Möglichkeit mehr, die Abläufe durcheinander und damit die Logistiker aus der Ruhe zu bringen. Vielleicht lässt er sich irgendwann ja doch noch von der festlichen Stimmung in den Bann ziehen und sieht ein, dass er gegen die digital gut aufgestellte Logistik sowieso keine Chance hat. Oder gibt es etwa doch noch eine Möglichkeit für das grüne Männlein? Eventuell könnte der Grinch sich beim nächsten Mal direkt in die Produktion einnisten und dort Unsinn stiften? Es bleibt spannend, wie das wohl ausgehen mag …


Bastian Späth
Bastian Späth
CEO / Vorstand

Als Diplom-Informatiker kennt sich Bastian Späth mit der Entwicklung von IT-Lösungen fachlich von der Pieke auf aus. Anforderungen erfassen, Ideen finden, Konzepte entwickeln, Projekte aufsetzen und sicher ins Ziel steuern – seit mehr als 15 Jahren täglich gelebte Praxis für den Unterfranken.


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