Weihnachten: Immer neue Logistik-Rekorde

Bastian Späth
Weihnachten: Immer neue Logistik-Rekorde

Weiter steigende Umsätze im Handel trotz Krise, immer größere Anteile für den Onlinehandel verbunden mit Mengenrekorden bei den Paketdienstleistern: Weihnachten ist Ausnahmezeit für die Logistik. Denn, was der Handel verkauft, müssen die Dienstleister pünktlich bis zum 24.12. zustellen.


Der eine Tag, auf den alle schauen. Dann, wenn es darauf ankommt, Spitzenleistungen zu bringen. Im Sport zum Beispiel bei Olympischen Spielen oder einer Weltmeisterschaft. Für die Logistik ist Weihnachten dieser Tag, einmal im Jahr – und damit öfter als in vielen Sportarten. Bis dahin muss alles erledigt sein:

  • Millionen Tonnen von Waren rechtzeitig an die Zentrallager ausgeliefert.
  • Riesige Warenmengen kommissioniert.
  • Alle Pakete zugestellt.

Wenn alles geschafft ist und Familien die Festtage genießen, läuft es ähnlich wie im Sport. Auch dort fällt kaum auf, wieviel Arbeit von vielen Beteiligten hinter diesen Spitzenleistungen steht. Grund genug, einmal genauer hinzuschauen, was die Logistik für Weihnachten leistet.


Vorbereitungen

Lebkuchen und Lichterketten für Weihnachten

Weihnachtsstimmung baut sich in jedem Jahr ab Ende September so langsam auf: Dann kommen die Lebkuchen als erster Vorbote für das Fest in die Supermärkte. Fast 190 Millionen Euro geben die Deutschen zwischen September und Dezember für Lebkuchen aus, hat das Marktforschungsinstitut Nielsen in einer Studie ermittelt. Reichlich süße Ware also, die Logistiker verteilen. Von weiter her, zu großen Teilen aus China, kommt der Weihnachtsschmuck, mit dem sich Straßen und Häuser für die Festtage herausputzen. Auch dahinter steckt eine beeindruckende Logistikleistung: Fast 30.000 Tonnen festlicher Güter finden ihren Weg hier her, hat das statistische Bundesamt ermittelt: 18.000 Tonnen Weihnachtsdekoration, 7.600 Tonnen Lichterketten und 3.100 Tonnen Christbaumschmuck. Auf dem Seeweg legen sie eine lange Reise zurück, bevor sie Weihnachtsbäume und Kinderaugen zum Strahlen bringen.


Heiße Phase

Paketzustellung im Rekordtempo

Rund 20 Prozent Zuwachs hatten die Paketdienstleister in diesem Jahr vor Weihnachten zu bewältigen. Rekordzahlen von nicht gekanntem Ausmaß. Bei Hermes kamen rund 120 Millionen Zustellungen im vierten Quartal zusammen, der DPD lieferte bis zu 2,5 Millionen Pakete am Tag oder 300.000 in der Stunde aus. Und bei DHL arbeiteten die Zusteller vielerorts im Drei-Schicht-Betrieb, um die enormen Mengen rechtzeitig bei den Empfängern abliefern zu können. Dabei musste, laut Recherchen des Bundesverbands Paket und Expresslogistik (BIEK), ein Zusteller täglich Sendungen mit einem Gesamtgewicht von 5 Tonnen bewegen. Dafür hatten die Dienstleister ihre Verteilerflotten kurzfristig um mehrere Tausend Fahrzeuge aufgestockt und in etwa ähnlich viel zusätzliches Personal eingestellt. Enorme Dimensionen, die auch in der Organisation große Herausforderung bedeuteten.


Koordination

Peaks bewältigen

Ein Umsatzplus von 19 Prozent hatte der Onlinehandel im diesjährigen Weihnachtsgeschäft laut Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) zu verzeichnen. Eine Zahl, die auch in den Zentrallägern und Versandzentren enorme Mehrarbeit bedeutete. Denn dort muss die Kommissionierung mit wesentlich höherer Geschwindigkeit gelingen. Viele Dienstleister steigern ihren Durchlauf vor Weihnachten um bis zu 40 Prozent. Denn als Partner des Handels müssen sie das Geschäft ihrer Kunden unterstützen. Über alle Branchen hinweg verzeichnet der Handel in den letzten beiden Monaten des Jahres 25 Prozent seiner Umsätze. Vom Weihnachtsgeschäft hängt also die Jahresbilanz ab. Um alle diese Aufträge schnellstmöglich ausführen zu können, ist ein reibungsloser elektronischer Datenaustausch zwischen allen Beteiligten die entscheidende Grundvoraussetzung. Echtzeitinformationen, eventbasierte Datenübertragung und der Einsatz von Programmierschnittstellen (API) sorgen dafür, dass der schnellstmögliche Warenfluss optimal organisiert werden kann.

Fazit

Richtig gut abgeliefert

Wenn zum Fest fröhliche Runden zusammensitzen, das Essen lecker schmeckt und die Geschenke ganz viel Freude bereiten, dann ist dieser Tag gelungen. Weil zuvor viele Menschen ihren wertvollen Beitrag dazu geleistet haben. Oder wie es im Sport heißt: Sie haben richtig gut abgeliefert!


Bastian Späth
Bastian Späth
CEO / Vorstand

Als Diplom-Informatiker kennt sich Bastian Späth mit der Entwicklung von IT-Lösungen fachlich von der Pieke auf aus. Anforderungen erfassen, Ideen finden, Konzepte entwickeln, Projekte aufsetzen und sicher ins Ziel steuern – seit mehr als 15 Jahren täglich gelebte Praxis für den Unterfranken.


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