Mit Logistikplanung den Fahrermangel ausgleichen

Stefan Seufert, CTO/Vorstand EIKONA AG
Fahrerkabine eines LKW in welchem kein Fahrer sitzt, was für den Fahrermangel in der Logistik steht

Der Lkw-Fahrermangel entwickelt sich zum größten Risiko für das Transportgewerbe und damit gleichzeitig für die Stabilität von Logistikketten. Wenn Fahrpersonal kaum zu finden ist, bleiben Lkw stehen, der Güterverkehr entwickelt Lücken und in der Konsequenz reißen Wertschöpfungsketten. Wer mit knappen Ressourcen wirtschaften muss, sollte die Qualität seiner Logistikplanung durch den Einsatz von Software verbessern.

Kraftfahrer fehlen überall: Zu wenig Auszubildende, weniger ausländische Arbeitskräfte als zuvor. Der Fachkräftemangel wird zum Risiko für Lieferketten, die Lieferbereitschaft vieler Unternehmen gerät ernsthaft in Gefahr. Wenn insgesamt zu wenig Frachtraum zur Verfügung steht, ist es unerlässlich, dass Logistikdienstleister ihre Prozesse verbessern und Planungsfehler vermeiden. Unternehmen, die weiterhin Termintreue erreichen wollen, müssen die Steuerung verbessern und die Qualität ihrer Planung stabilisieren. Wichtigstes Instrument dazu ist ein frühzeitiger Informationsfluss zwischen allen Partnern entlang der Wertschöpfungskette, der den Güterverkehr trotz Ressourcenknappheit absichert. Speditionen sollten deshalb verstärkt in Software investieren, um:

  • den Datenaustausch zu beschleunigen
  • alle Partner in einem Gesamtprozess zu verknüpfen
  • eine Gesamtsteuerung zu ermöglichen
  • Logistikprozesse durch Automatisierung zu beschleunigen

Wer seine Logistikplanung mit Anwendungssoftware unterstützt, sicherst sich wertvolle Instrumente, um seine Lieferketten zu festigen und die Termintreue aufrechtzuerhalten.


Software und Logistikplanung als Instrumente gegen Ressourcenknappheit

Für die Organisation von Transporten ist es wichtig, jederzeit über die benötigten Kapazitäten zu verfügen. Neben flexiblen Ressourcen erfordert das vor allem frühzeitige Informationen über anstehende Aufträge und das zu erwartende Güteraufkommen. Denn die Planung dieser Logistikleistungen ist auf eine enge Koordination zwischen den an der Leistungserbringung beteiligten Partnern angewiesen. Insbesondere weil neben einem wachsenden Güteraufkommen auch die Geschwindigkeit von Logistikprozessen kontinuierlich zugenommen hat. Damit muss die Zusammenarbeit der Beteiligten in der Logistik ohne Brüche funktionieren, der Gesamtprozess hat fehlerfrei zu laufen. Denn um Prozessfehler zu korrigieren, fehlen die erforderlichen Ressourcen. Treffen Sendungen an Umschlagpunkten oder in Empfangsbetrieben zu spät ein, stehen nicht mehr genügend Kraftfahrer zur Verfügung, um Sonderfahrten durchzuführen.


Plattformen koordinieren die Logistikplanung

Disponenten benötigen frühzeitig präzise Informationen, um dem Tempo heutiger Logistikprozesse standzuhalten. Wer knappe Ressourcen zuerst anfordert, erhält den Zuschlag und kann so seine Logistikkosten senken oder zumindest dauerhaft stabil halten. Dennoch sollten die Unternehmen zusätzlich einen Sicherheitsbestand an Frachtraum vorhalten. Für eine Gesamtsteuerung arbeiten die Dienstleister vermehrt über Softwareplattformen zusammen, wie sie bislang bereits die Zusammenarbeit von Speditionsnetzwerken koordinieren. Mit diesen Planungsinstrumenten vermeiden sie Medienbrüche und die Störung ihrer Kommunikation. Zudem erlauben sie die weitestgehende Automatisierung aufwendiger Arbeitsabläufe und verkürzen damit Durchlaufzeiten. Beispielsweise können Softwarelösungen für die Avisierung die Zustellterminvereinbarung deutlich beschleunigen und so den Planungsspielraum von Disponenten vergrößern. Wenn auch Avissendungen direkt am Eingangstag zugestellt werden, belegen sie keine Umschlagflächen und erfordern zudem keine Sonderbehandlung. Das erlaubt einen schnelleren Sendungsumschlag und befähigt die Disposition dazu, den Fuhrpark besser auszulasten.


Fahrermangel ausgleichen, Lieferfähigkeit bewahren

Mit einem Datenaustausch in Echtzeit über Unternehmensgrenzen hinweg entstehen neue Erfolgspotenziale. Speditionen und Logistikdienstleister können Prozessfehler frühzeitig ausgleichen oder sogar vollständig verhindern. Dazu hilft es ihnen, möglichst sämtliche Daten so früh wie möglich digital zu erhalten: Speditionsaufträge

  • Sendungsmengen
  • Avisierungsanforderungen
  • Terminwünsche
  • Gefahrgutinformationen
  • Mehrwertleistungen

Wenn Speditionen diese Informationen über Softwarelösungen, Systemsoftware und Datendrehscheiben rechtzeitig erhalten, können Disponenten die erforderlichen Ressourcen rechtzeitig reservieren. So gelingt es ihnen, ihre Logistikplanung am Materialfluss auszurichten, Lieferketten abzusichern und damit auch die Wertschöpfungsketten ihrer Kunden zu stabilisieren. Mit Echtzeitinformationen zum Transportverlauf stellen sie zudem sicher, dass sie die verfügbaren Ressourcen optimal auslasten und so den Fahrermangel minimieren.

Fazit

Softwaregestützte Logistikplanung mit Echtzeitinformationen erhöht die Lieferfähigkeit

Je weniger Kraftfahrer dem Transportgewerbe zur Verfügung stehen, desto bedeutsamer wird eine präzise Logistikplanung, um die Wettbewerbsfähigkeit zu bewahren. Ziel bleibt es , die vorhandenen Ressourcen optimal auszulasten. Dafür benötigt sie lückenlosen Datenaustausch über Unternehmensgrenzen hinweg, Prozessautomatisierung und die Fähigkeit zur Steuerung des Gesamtprozesses. Aufgaben, die Standardsoftware und Plattformen wirksam unterstützen.


Stefan Seufert
Stefan Seufert
CTO / Vorstand

Wie kein Zweiter fuchst sich der Software-Entwickler als Meister des Konzepts in die Anforderungen von Logistikdienstleistern. Informationen sicher und effizient auszutauschen und damit auch den physischen Logistik-Prozess zu beschleunigen, ist seine Leidenschaft.


Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 3 plus 3.