SCEM: Eingreifen, wenn es wichtig wird

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SCEM: Eingreifen, wenn es wichtig wird

Logistikprozesse bestehen aus vielen einzelnen Arbeitsschritten und produzieren durch regelmäßige Statusscans jede Menge Daten. Was wie eine gute Ausgangsposition für Logistikmanager klingt, wird jedoch bei Störungen der Abläufe zum Problem: Wie findet ein Disponent dann schnell die wichtigen Daten und erkennt, wo er eingreifen muss? Insbesondere wenn er mit schnellem Handeln den Erfolg noch retten kann? Die passende Unterstützung bietet eine Supply Chain Event Management (SCEM) Software. Es zeigt Abweichungen vom Sollprozess entlang der gesamten Logistikkette an und ermöglicht so, rechtzeitig gegenzusteuern. Aus der Vielzahl an Informationen filtert es diejenigen heraus, die ein Eingreifen der Prozessverantwortlichen verlangen. Damit das gelingt, müssen bei seiner Einrichtung folgende Fragen beantwortet werden:

  • Welche Störungen können während des Prozesses auftreten? (Höhere Gewalt, Schäden, Verspätungen etc.)
  • Für wen sind sie wichtig? (Disponent, Supply Chain Manager, Produktionsplaner, Geschäftsführer etc.)
  • Wer benötigt welche Informationen zu den Ereignissen?
  • Zu welchem Zeitpunkt müssen die Informationen vorliegen?

Informationen

Auf das Wesentliche fokussieren

Mit einem SCEM wollen Unternehmen ihre Logistikprozesse stabiler und effizienter machen sowie ihre Logistikkosten senken. Die permanent wachsende Komplexität bei der Steuerung von Lieferketten hat solche Systeme erforderlich gemacht. Denn durch vielfältige Verknüpfungen lassen sie sich kaum noch ohne Hilfe überwachen. Sämtliche Datenquellen fortlaufend nach Störungen zu durchsuchen, bedeutet nicht nur einen erheblichen Aufwand. Es ist auch unwirtschaftlich. Abhilfe schafft ein Steuerungsprinzip, das SCEM Systemen zugrunde liegt: Management by Exception – also das Eingreifen ausschließlich bei Störungen. Ein Beispiel: Wenn Teile für die Just-in-Sequence-Produktion durch Unwetter oder nicht passierbare Straßen zu spät ankommen, müssen neben den Prozessverantwortlichen auch Produktionsplaner und interne Logistiker schnellstmöglich Bescheid wissen. Dann haben sie noch die Möglichkeit, Ersatz zu besorgen oder die Produktion umzustellen. Das vermeidet einen Produktionsausfall und somit hohe Folgekosten. Wenn sich darüber hinaus Regeln formulieren lassen, welche Reaktion auf welche Abweichung erfolgen soll, kann das SCEM die Logistikkette auch selbständig steuern und so den Prozess nachjustieren. Mit den Daten, die es im Prozessverlauf misst, können zudem statistische Auswertungen erstellt werden. Diese lassen wiederum Trends erkennen – und machen damit auch die Schwachstellen im Logistikprozess sichtbar.


Logistikkette

Vom Auftrag bis zur Zustellung verknüpft

Damit ein transparentes Supply Chain Event Management möglich wird, müssen sämtliche Beteiligten an der Logistikkette miteinander verknüpft sein. Erst dann laufen vom Auftrag bis zur Zustellung alle benötigten Informationen in einer zentralen Ressource zusammen: Sendungsstatus in Echtzeit, voraussichtliche Ankunftszeit (ETA) sowie ein Aufgabenmanagement mit Eskalationsfristen. Diese Ist-Werte vergleicht die SCEM Software kontinuierlich mit dem vordefinierten Soll. So entlastet es den Supply-Chain-Manager. Er kann sich auf die Koordination konzentrieren und wertvolle Störungsinformationen weitergeben: Transparenz über die gesamte Lieferkette entsteht dann, wenn die richtigen Personen zur passenden Zeit mit allen wichtigen Informationen versorgt sind.


Prozesstransparenz

Über Unternehmensgrenzen hinweg effizient

Transparenz ist auch die Grundvoraussetzung für effiziente Abläufe über Unternehmensgrenzen hinweg. Nur mit präzisen, relevanten und rechtzeitigen Informationen gelingt es, die gesamte Prozesskette eng zu verzahnen. Verlader profitieren dann davon, wenn die Spedition ihre Produkte schneller abholt. Empfänger können ihre Anschlusstermine besser planen, weil die Termintreue steigt. Die Dienstleister selbst senken ihre Fehlerquote und die Durchlaufzeiten. So können sie die (Transport-) Kapazität ihrer Ressourcen erhöhen. Mit diesen Verbesserungen sinken auch die Logistikkosten bei allen Beteiligten. Speditionen, die ein solches Servicelevel bieten, werden zum Mehrwert und Vorteil für ihre Kunden aus Industrie und Handel. Denn sie verbessern nicht nur die eigenen Deckungsbeiträge und Margen.


Stefan Seufert

CTO/Vorstand

Stefan Seufert

Wie kein Zweiter fuchst sich der Software-Entwickler als Meister des Konzepts in die Anforderungen von Logistikdienstleistern. Informationen sicher und effizient auszutauschen und damit auch den physischen Logistik-Prozess zu beschleunigen, ist seine Leidenschaft.

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